Wieder eine Nacht, eine von den viel zuvielen

Die Zeiten, in denen er sich die Nase an den Scheiben platt drückte, um zusehen zu können, wie die anderen Kinder Geburtstag feierten, und er als Einziger nicht eingeladen war, waren zwar schon lange her, aber geändert hatte sich nichts. Nur, dass es früher zu seiner Mutter laufen konnte, um Trost und Zuneigung zu bekommen.

Heute stand er wieder vor einer Bar, den Kragen hochgeschlagen, den Hut tief ins Gesicht gezogen. Durch die große Scheibe sah er sie alle dort drinnen, fröhlich, feiernd, ausgelassen, lachend, liebend, lebend.

Die Kälte kroch sein Herz hoch und eine bleierne Müdigkeit umfing ihn. Unendlich langsam wandte er sich ab und mit schlurfendem Schritt verschwand er in der Nacht.

 

Beitragsbild: http://weisewortwahl.de/ich-dachte-immer-das-schlimmste-was-einem-im-leben-passieren-kann-ist-allein-und-einsam-zu-enden-das-ist-es-aber-nicht-das-schlimmste-im-leben-ist-mit-menschen-zu-enden-die-einem-das-gefuehl-ge/


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